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Vernetzung der Wissen-Dialog-Praxis-Projekte mit dem Netzwerk Fokus Tierwohl

Auf Einladung des FiBL Deutschland und der DLG fand ein ganztägiges virtuelles Vernetzungstreffen zwischen den 13 aktuellen Projekten der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz mit dem Schwerpunkt „Wissen-Dialog-Praxis“ (W-D-P) und dem Verbundprojekt Netzwerk Fokus Tierwohl sowie Vertretern der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Fördermittelgeber statt. Alle W-D-P-Projekte haben zum Ziel, ihre jeweiligen fachlichen Inhalte möglichst breit in die landwirtschaftliche Praxis zu überführen.

Das Netzwerk Fokus Tierwohl verfolgt eine ähnliche Zielstellung, wenngleich hier Wissen zu Tierwohlthemen aus verschiedenen Quellen gebündelt, bewertet und bundesweit abgestimmt werden soll, um schließlich aufbereitet über die Internetpräsenz, eine Medienplattform, und die sogenannten Tierwohlmultiplikatoren in den Bundesländern an die Zielgruppen kommuniziert zu werden. Entsprechend verfolgte das Vernetzungstreffen das Ziel, den Teilnehmern aller Projekte einen Überblick über die jeweiligen Inhalte der Einzelprojekte zu verschaffen und gemeinsame Anknüpfungspunkte insbesondere im Bereich Wissenstransfer zu erörtern.

Nach einer Begrüßung durch Katja Deeg, stellvertretende Referatsleiterin an der BLE, stellten zunächst die Verbundpartner des Netzwerks Fokus Tierwohl die Projektziele und die bisherigen Aktivitäten, sowohl was die fachliche Arbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen als auch die Durchführung von Veranstaltungen und das Netzwerk der Impulsbetriebe Tierwohl betrifft, vor. Anschließend präsentierten Vertreter der Wissen-Dialog-Praxis-Projekte ihre jeweiligen Themenschwerpunkte in drei tierartspezifischen Themenblöcken.

Im Bereich Schwein wurde das Projekt Nationales Wissensnetzwerk Kupierverzicht mit seinem zentralen Element, der Homepage www.ringelschwanz.info, vorgestellt. Es folgte das Projekt Vision Pig, das Wissen zu verschiedenen Tierwohlthemen von optimaler Buchtengestaltung bis hin zu Fütterungskonzepten mithilfe smarter Tools per Tablet, Smartphone & Co vermittelt. Einem nicht alltäglichen, aber wichtigen Thema, widmet sich das Projekt Brunstsynchronisation ohne PMSG/eCG. Mit seinem Ansatz, Alternativen zu PMSG/eCG für die Brunstsynchronisation zu finden, schlägt es eine Brücke zwischen Tierwohlaspekten bei Schweinen und Pferden.

Im Geflügelbereich präsentierten sich anschließend die Projekte #Pute@Praxis und PuLi – Strukturierung durch Licht. Beide Projekte beschäftigen sich mit der Haltung von Puten mit ungekürzten Schnäbeln und den Möglichkeiten zur Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus. Dabei fokussiert sich „PuLi“ insbesondere auf eine Stallstrukturierung durch Lichtzonen. Die Projekte MaVeTi - Strukturierung und angepasste Fütterung und Optimierung der Haltungsbedingungen in der Masthühnerhaltung, den Schwerpunkt auf eine Verbesserung des Tierwohls durch verschiedenen Möglichkeiten zur Anreicherung der Haltungsumgebung von Masthühnern, unter anderem durch den Einsatz von erhöhten Ebenen. Im Projekt Digit-Real-Huhn wird ein digitales Assistenzsystem zur Tierbeobachtung erprobt und im Projekt HüMaMo – Hühnermast im Mobilstall werden die, für eine erfolgreiche mobile Hühnermast wesentlichen, praktischen Voraussetzungen, eruiert. Als letztes Projekt der Geflügelsession stellte sich das Projekt Layer-HACCP vor, in dem kritische Kontrollpunkte zur Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus in der Jung- und Legehennenhaltung erarbeitet und etabliert werden.

Nach der Mittagspause folgte die Vorstellung der W-D-P-Projekte im Bereich Rind, zunächst mit zwei Projekten zur Weidehaltung. Im Projekt Weidehaltung von Milchkühen werden unter anderem für die Weidehaltung geeignete Tierwohlindikatoren und im Projekt Herdenschutz in der Weidehaltung erfolgversprechende Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe gesucht. Danach präsentierte sich das Projekt VerLak – Verlängerung der Laktation, in dem durch Verlängerung der Laktationsdauer bzw. der Zwischenkalbezeit der Einsatz von Antibiotika zum Trockenstellen vermindert werden soll. Dasselbe Ziel verfolgt auch das Projekt „MinimA“, wobei die Antibiotikareduktion hier durch gezieltes, viertelselektives Trockenstellen erreicht werden soll.

In tierartspezifischen Diskussionsrunden wurden im Anschluss zahlreiche gemeinsame Anknüpfungspunkte zwischen den W-D-P-Projekten und dem Netzwerk Fokus Tierwohl identifiziert. Eine Vernetzung der Aktivitäten beim Wissenstransfer bietet sich aufgrund der ähnlichen Zielstellungen geradezu an. So werden zukünftig ausgewählte Veranstaltungen der W-D-P-Projekte auch über die Webseite des Netzwerks Fokus Tierwohl angekündigt und so der Transfer von aktuellen Erkenntnissen beschleunigt. Eng zusammengearbeitet werden soll künftig auch bei den Veranstaltungen zum Wissenstransfer in die Praxis. Die enge Verknüpfung wird durch eine fachliche Beteiligung der W-D-P-Projekte an den tierartspezifischen Arbeitsgruppen der Tierwohlkompetenzzentren im Projekt Netzwerk Fokus Tierwohl zusätzlich gestärkt.