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Netzwerk Fokus Tierwohl: Praxiswissen für eine tierwohlgerechte und nachhaltige Nutztierhaltung

Tierwohltage in landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschulen

Im November 2020 fanden in den landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen die ersten Veranstaltungen des Netzwerks Fokus Tierwohl in NRW statt. Organisiert und moderiert wurden diese von den Tierwohlmultiplikatoren Viola Erfkämper und Johannes Heer. Mit Hilfe von digitalen Medien wurden am 3., 4. und 5. November 2020 die Referenten in das Klassenzimmer der Fachschule Münster übertragen.

Am ersten Veranstaltungstag erlangten die Schüler*innen im Rinderbereich Wissen darüber, wie durch Licht und Digitalisierung im Stall das Wohlbefinden und die Tiergesundheit der Rinder verbessert werden kann. Als besonders nachhaltige Haltungsform wurde der Kompostierungsstall vorgestellt.

Die angehenden Agrarbetriebswirte mit dem Schwerpunkt Schweinehaltung diskutierten die aktuellen Hot-Spot-Themen. Hierzu zählten, neben der Afrikanischen Schweinepest, die Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration. Vor dem Hintergrund der Empfehlungen des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung wurden außerdem alternative Haltungssysteme mit Außenklimareiz in der Schweinehaltung vorgestellt. Mitarbeiterinnen der Landwirtschaftskammer NRW stellten aktuell laufende Projekte zum Kupierverzicht vor. Abgerundet wurde das Programm durch den Erfahrungsbericht eines Praktikers über den Stallneubau mit Bewegungsbuchten.

Die Schüler*innen des Lippe Berufskollegs auf Haus Düsse hörten am 17. November 2020 Vorträge über die Möglichkeiten der Steigerung der Tiergesundheit durch Digitalisierung im Rinderstall. Ein zweiter Vortrag thematisierte alternative Haltungssysteme in der Schweinehaltung die an das natürlich Tierverhalten angepasst sind. In den unterschiedlichen Klassen entstanden rege Diskussionen. Viele Fragen konnten durch die fachkundigen Referenten geklärt werden.

Im Rahmen einer digitalen Expertenrunde referierten zwei Landwirte am 19. November 2020 vor den Schüler*innen der Fachschule Meschede. Ein Betriebsleiter mit ökologischer Sauenhaltung berichtete über die Optimierung des Tierwohls in seinem Stall. Ein zweiter Vortrag behandelte die Betriebsentwicklung eines Milchviehbetriebs unter Berücksichtigung von Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Des Weiteren wurden den Schülern und Schülerinnen die aktuellen Herausforderungen der Putenmast nähergebracht. Schwerpunkt dieses Vortrags war der Verzicht auf das Schnabelkürzen.

Um Tierhalter in Deutschland nachhaltig zu stärken und sie dabei zu unterstützen, Tier- und Umweltschutz, Qualität bei der Produktion sowie Marktorientierung zu priorisieren, wurde das bundesweite Netzwerk Fokus Tierwohl gegründet.

Das Verbundprojekt hat das Ziel, den Wissenstransfer in die Praxis zu verbessern, um schweine-, geflügel- und rinderhaltende Betriebe in Deutschland zukunftsfähig zu machen hinsichtlich einer tierwohlgerechten, umweltschonenden und nachhaltigen Nutztierhaltung. 

Erstmalig wird in diesem Netzwerk fachspezifisches Wissen gebündelt, Erfahrungsaustausch zwischen Praktikern, Wissenschaftlern, Beratern und anderen Gruppen organisiert und damit die Wissens-Vernetzung innerhalb der Branche ermöglicht und gefördert.

Über eine Vielzahl von Veranstaltungen in ganz Deutschland soll über eine Laufzeit von drei Jahren den Tierhaltern das gebündelte, aufbereitete und fokussierte Wissen zur tierwohlgerechten Haltung von Rindern, Schweinen und Geflügel vermittelt werden. Die Bündelung von wissenschaftlichen Daten, neuesten Erkenntnissen aus der angewandten Forschung, der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz oder anderen aktuellen Projekten erfolgt in tierartenspezifischen Geschäftsstellen. Diese sammeln und bereiten in enger Koordination mit den Verbundpartnern die aktuellen Daten auf und stellen sie den Projektpartnern in den Bundesländern für den Wissenstransfer zur Verfügung.

Das Netzwerk Fokus Tierwohl ist eingebettet in das Bundesprogramm Nutztierhaltung als wesentlicher Teil der Nutztierstrategie des Bundes. Das Gesamtkonzept der Nutztierstrategie wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiiert, um den großen Herausforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Deutschland Rechnung zu tragen. Mit der Projektträgerschaft des Bundesprogramms Nutztierhaltung hat das BMEL die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beauftragt.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Hier finden Sie Informationen für die landwirtschaftliche Praxis, Beratung und Wissenschaft über regionale Aktivitäten und Termine sowie Fachwissen zum Thema Tierwohl.

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